Beweggrund: Die Idee zum Stück

Wer heute auf der Schlossstrasse vom Loryplatz Richtung Westen fährt, dem öffnet sich der Blick auf die Schlossmatte mit ihren Familiengärten beidseits der Strasse. Gleich links, etwa 200 m entfernt, leicht erhöht, sind im Winterhalbjahr die Umrisse des Schlosses Holligen sichtbar. Im Sommer versteckt sich der 500-jährige Turm mit seinen Annexbauten fast vollständig hinter Bäumen und Buschwerk.

Kein Wunder, dass viele Berner das Schloss überhaupt nicht kennen. Selbst für Quartierbewohner macht es einen eher abweisenden Eindruck.

Und kein Wunder, dass sich seit Jahrhunderten auch Gerüchte und Sagen um den Ort ranken. 1859 hat Jakob Frey einen Roman geschrieben, in dessen Mittelpunkt das Schloss steht und in dem er auch die Sage vom geheimnisvollen Läuten im Schloss verarbeitet.

Erst seit wenigen Jahren, mit der Gründung der Turmstiftung Schloss Holligen, hat sich das Schloss dem Publikum mit seinen vielfältigen kulturellen Veranstaltungen während der Sommer- und Herbstmonate geöffnet.

Im Jahr 2004 konnte der Holligen-Fischermätteli-Leist eine Schlossbesichtigung durchführen. Während des anschliessenden Apéros entstand im Gespräch mit Christophe von Werdt, dem Präsidenten der Schlossstiftung, die Idee, den Roman von Frey als Freilichttheater zu inszenieren.

2006 begann der Leist mit den Vorarbeiten, im Frühling 2008 wurde der Theaterverein Schloss Holligen gegründet.

Nach der erfolgreichen Aufführung von VERRAT im 2009 haben viele Stimmen der Besucher und auch aus dem Kreis der Helfer den Wunsch geäussert, das wunderbare Theater möge eine Fortsetzung finden.
Es war jedoch immer klar, dass dies ein einmaliger Anlass war. Nach (erfreulichem) Rechnungsabschluss hat sich der Theaterverein im Frühjahr 2010 wieder aufgelöst. Die schönen Erinnerungen bleiben - und Ideen für neue Projekte. Ganz andere zwar, aber vom gleichen Geist wie der VERRAT. Es braucht Leute, die sich dafür einsetzen. Der Leist freut sich auf Engagierte: leist@holligen.ch